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22.08.2008 - Streit um Vergabe des Computerspielepreises

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Games Convention in Leipzig
Leipzig (AFP) - Nach dem geplanten Abzug von Europas größter Videospielmesse aus Leipzig nach Köln zeichnet sich jetzt ein erbitterter Streit um den Vergabeort des deutschen Computerspielepreises ab. Die Stadt Leipzig vermutet nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung", dass der Computerspieleverband BIU die Preisverleihung nur dann dorthin vergeben will, wenn die Stadt den Verzicht auf die Games Convention erklärt. "

Sollte ein Junktim hergestellt werden zwischen Spielepreisvergabe an Leipzig und Austragung der Spielemesse, dann ist das ein unsäglicher erpresserischer Versuch", kritisierte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Der BIU sprach dem Bericht zufolge von einem "konstruierten Zusammenhang, der so nicht besteht".

Der BIU hatte Anfang des Jahres den Umzug von Leipzig nach Köln beschlossen. In der Domstadt am Rhein soll die Messe unter dem Namen GAMESCom fortgesetzt werden, da der alte Name der Messe Leipzig gehört. Die Zukunft der Leipziger Veranstaltung ist damit offen, die bisherigen Veranstalter würden die Games Convention gerne auch im kommenden Jahr fortsetzen.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) kritisierte den geplanten Messeumzug nach Köln scharf. In Leipzig sei die boomende Computerspielebranche zu einem Symbol für das Gelingen des Aufbaus Ost geworden, erklärte Thierse: Das Abwerben "einer solchen für das wirtschaftliche Nachholen des Ostens lebenswichtigen Messe durch das große Geld" sei "ein einmaliger, zutiefst bedenklicher Vorgang". Die Games Convention müsse in Leipzig bleiben.

(22.08.2008 / Quelle: © 2008 AFP)