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19.08.2008 - "Game over" in Leipzig

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Leipzig (AFP) - Die Schreckensnachricht kam im Februar: "Game over" verkündete der Computerspieleverband BIU damals der Messe Leipzig. Nach Jahren im Osten wird die Spielemesse Games Convention 2009 nach Köln in den Westen umziehen. Dieses Jahr aber wollen die Sachsen bei der Videospielschau noch einmal auftrumpfen - und um den Standort kämpfen: Rund 250 Software-Premieren und möglichst viele Besucher sollen zeigen, dass die Leipziger Messe für die Videospiel-Branche weiterhin attraktiv ist. Immerhin hatten die Ostdeutschen Europas größte Spielemesse 2002 gemeinsam mit dem BIU aus der Taufe gehoben.

Offizieller Beginn der diesjährigen Games Convention ist am Mittwoch. Traditionell wird dann Musik aus erfolgreichen Spiele-Soundtracks beim Auftaktkonzert "Video Games Live" zu hören sein. Für das breite Publikum startet die "Games Convention" am Donnerstag. Bis zum Sonntag präsentieren dann rund 500 Aussteller aus 28 Ländern ihre Neuheiten. Die Veranstalter erwarten insgesamt mehr als 200.000 Besucher und setzen verstärkt auf das Fachpublikum: Die Ausstellungsfläche des Business Center wurde um ein Viertel auf 40.000 Quadratmeter vergrößert.

Otto-Normal-Besucher können währenddessen in Spiele-Wettbewerben antreten oder beim fünften Finale der Europameisterschaften im eSport dabei sein. Bestaunen können sie Messe-Neuheiten wie die "Deep-3D-Technologie": Die Objekte sollen nicht mehr nur auf dem Monitor zu sehen sein, sondern durch eine Täuschung der menschlichen Wahrnehmung 20 bis 40 Zentimeter vor einem Bildschirm schweben, der selbst eine Bilddiagonale von 90 Zentimeter hat.

Die Spiele-Industrie will zudem weiterentwickelte Spiele vorstellen, darunter die Kampfsimulation "Street Fighter IV" oder den Sportdauerbrenner "Fußballmanager 09". Aber auch kindgerechte Spiele und Lernsoftware werden auf der Games Convention gezeigt. Eltern, Erzieher und Lehrer können mit Medienpädagogen ins Gespräch kommen und sich darüber informieren, wie der Nachwuchs vor jugendgefährdenden Spielen und Internetangeboten geschützt werden kann.

Derlei Attraktionen hatten in den ersten Jahren der Games Convention immer mehr Besucher nach Leipzig gelockt. Die Zahl war von 80.000 Besuchern im Jahr 2002 auf etwa 185.000 gewachsen - hatte zuletzt aber stagniert. Damit begründete der BIU auch seine Entscheidung für den Umzug: In Leipzig habe es kaum noch freie Hotelzimmer gegeben, und die internationalen Flugverbindungen in die Stadt reichten auch nicht aus, bemängelte der Spieleverband. 2009 will der BIU die neusten Computerspiele daher in Köln präsentieren. Dort ändert sich der Name in GAMESCom - denn der alte Name gehört der Messe Leipzig.

Was aus der Veranstaltung in Leipzig wird, ist bislang schwer abzusehen. Angesichts der Popularität der Ausstellung in den vergangenen Jahren wird Leipzigs Messe-Chef Wolfgang Marzin nicht müde zu betonen, dass die Games Convention nicht umziehe und der nationalen sowie internationalen Branche weiterhin zur Verfügung stehe. Vor allem von der Zusammenarbeit mit der Games Convention Asia in Singapur will die Leipziger Messe künftig profitieren. Ganz nach dem Motto: The Game must go on.

(19.08.2008 / Quelle: © 2008 AFP)