News-Archiv


13.08.2008 - Europagericht stoppt vorerst Auslieferung von Hacker an USA

Vorherige Newsmeldung Nächste Newsmeldung
Straßburg (AFP) - Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat Großbritannien die Auslieferung des Hackers Gary McKinnon an die USA vorerst untersagt, der durch das Eindringen in Militärcomputer weltbekannt wurde. Das Gericht teilte am Mittwoch mit, es wolle eine Beschwerde von McKinnon gegen seine Auslieferung prüfen und habe sich dazu eine Frist bis zum 29. August um Mitternacht gestetzt. Bis dahin solle London die Auslieferung aufschieben. Der 42 Jahre alte McKinnon, der sich im Netz "Solo" nannte, ist laut den USA der gefährlichste Computerhacker aller Zeiten. Er war 2001 und 2002 in 97 Rechnter der US-Armee und der Raumfahrtbehörde NASA eingedrungen. In den Vereinigten Staaten drohen ihm wegen Sabotage bis zu 70 Jahre Gefängnis.

In Großbritannien war McKinnons Protest gegen seine Auslieferung Ende Juli in letzter Instanz abgelehnt worden. Er wandte sich darauf an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Dabei machte er eine voraussichtlich unmenschliche oder herabwürdigende Behandlung geltend, die ihm vermutlich nach einer Verurteilung in den USA widerfahren würde.

McKinnon hatte stets beteuert, er habe sich lediglich aus Neugier und auf der Suche nach neuen Erkenntnissen zu Ufos in die Sicherheitssysteme der USA eingehackt. Dabei knackte er nach US-Angaben jedoch 950 Passwörter und löschte Dateien zum Munitionsvorrat eines Marinestützpunkts. Den entstandenen Sachschaden beziffern die USA mit 700.000 Dollar (580.000 Euro).

(13.08.2008 / Quelle: © 2008 AFP)