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18.07.2008 - EU-Kommission erhebt neue Vorwürfe gegen Intel

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Intel-Logo auf einem Rechner
Brüssel (AFP) - Die Europäische Kommission hat neue Vorwürfe gegen den weltgrößten Chiphersteller Intel erhoben. Die Brüsseler Wettbewerbshüter monierten in einem an das US-Unternehmen verschickten "Blauen Brief" erneut, dass Intel seine marktbeherrschende Stellung missbraucht habe, um seinen Hauptkonkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) auszubremsen. Demnach soll Intel einem führenden europäischen Computerhändler Rabatte angeboten haben, damit dieser ausschließlich PC mit Intel-Chips verkauft. Intel kündigte an, die Bedenken der Kommission in dem kommenden Wochen ausräumen zu wollen. Das Unternehmen habe sich jederzeit an die Wettbewerbsregeln gehalten.

Die EU-Kommission warf Intel neben den Großhändler-Rabatten außerdem fragwürdige Zahlungen an einen PC-Produzenten vor. Der kalifornische Prozessorhersteller habe der Computerfirma Geld gezahlt, damit diese eine mit AMD-Chips ausgestattete Produktreihe verspätet auf den Markt bringe. Dem selben Hersteller habe Intel schließlich Preisnachlässige angeboten, damit dieser in alle seine Notebook-Computer Intel-Prozessoren einbaue, teilte die Kommission mit.

Bereits im Juli 2007 hatte die EU-Kommission Intel wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens ins Visier genommen und mit einem "Blauen Brief" verwarnt. Nach der neuen Verwarnung hat das Unternehmen nun acht Wochen Zeit, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, droht dem Chiphersteller eine empfindliche Geldbuße.

Intel sei zuversichtlich, die Bedenken der EU-Kommission ausräumen zu können, teilte das Unternehmen mit. Es werde sich zeigen, dass die Anschuldigungen der Wettbewerbshüter unbegründet seien.

Intel vertrete die Auffassung, dass der weltweite Markt für Mikroprozessoren funktioniere, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Wettbewerb unter den Unternehmen sei jedoch groß. Dies gelte sowohl für Europa als auch für die übrigen Weltregionen. Intel habe sich aber immer an die Wettbewerbsregeln gehalten und dabei im Sinne der Verbraucher gehandelt.

Der Intel-Konkurrent AMD teilte unterdessen mit, seinen siebten Quartalsverlust in Folge eingefahren zu haben. Vor wenigen Wochen hatte AMD angekündigt, aufgrund von Kostenproblemen bis in die zweite Jahreshälfte weltweit insgesamt 1650 Stellen streichen zu wollen. Zu dem Stellenabbau soll auch der Standort Dresden mit seinen 3000 Mitarbeitern beitragen. Für AMD arbeiten rund um den Globus insgesamt 16.400 Beschäftigte.

(18.07.2008 / Quelle: © 2008 AFP)