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17.07.2008 - Suche Mitfahrgelegenheit für ein Sofa

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Straßburg (AFP) - Das bei Ebay ersteigerte Sofa war ein Schnäppchen - aber wie kommt das sperrige Stück nun billig von Frankfurt nach München? Wer kein Geld für eine klassische Spedition ausgeben will, kann sich mittlerweile online eine Mitfahrgelegenheit für Betten, Fernseher, Kühlschränke oder Computer suchen. Immer mehr Mitfahrzentralen nämlich vermitteln inzwischen im Internet neben Sitzplätzen auch Laderaum für Gegenstände. Und dies mit wachsendem Erfolg, wie der Geschäftsführer des Internet-Anbieters Raumobil, Oliver Wolf, versichert.

Die vor drei Jahren gestartete Internet-Seite für Mitfahrgelegenheiten erhält Wolf zufolge täglich rund 50 Anfragen von Privatleuten, die Möbel und andere sperrige Gegenstände billig transportieren lassen wollen. Für sie ist der Service kostenlos, während gewerbliche Kunden - etwa Kleinunternehmen - für die Vermittlung eine Gebühr zahlen müssen.

Die steigende Nachfrage führt der Karlsruher Jungunternehmer zum einen auf die wachsende Zahl von Internet-Surfern zurück, die online Gegenstände aller Art ersteigern und dann nach dem Selbstabholer-Prinzip für den Transport sorgen müssen. Außerdem hätten hohe Spritpreise und die Debatte um den Klimawandel das Kosten- und Umweltbewusstsein geschärft. "Es geht darum, Ressourcen bestmöglich zu nutzen - also auch Stauraum im Auto", sagt Wolf.

Das ist auch das Credo des Elsässers Jean-François Rey, der im Juni den ersten französischen Internet-Service für Warentransporte gegründet hat. Sein Service Colis Voiturages, was in etwa Pakete-Mitfahrgelegenheit heißt, vermittelt ausschließlich zwischen Autofahrern, die Platz im Kofferraum haben, und Leuten, die etwas transportieren lassen wollen.

Auf die Idee kam der Geschäftsmann vor gut zwei Jahren: Er wollte Angehörigen in Südfrankreich alte Möbel und gebrauchte Haushaltsgeräte schicken - Sachen, für die sich ein eigener Umzugstransport nicht lohnte. "Ich dachte an die vielen Leute, die mit fast leeren Autos durch die Gegend fahren", berichtet der 37-Jährige - und seine Geschäftsidee war geboren. Die Transport-Vermittlung soll helfen, die Zahl von Leerfahrten zu reduzieren. "Wir wollen den bestehenden Verkehrsfluss besser ausnutzen, aber auf keinen Fall mehr Verkehr verursachen."

Rey ist sicher, dass das Konzept Zukunft hat - schon allein wegen des massiven Anstiegs der Kraftstoffpreise. Die ersten Erfahrungen geben ihm Recht: Die vor vier Wochen freigeschaltete Internet-Seite wurde nach seinen Angaben bereits über 15.000 Mal angeklickt, etwa 1300 Interessenten haben sich eingeschrieben. Noch bieten Rey und seine beiden Mitstreiter, die die Internet-Seite in ihrer Freizeit aufgebaut haben, den Dienst kostenlos an. Doch ab Oktober müssen Interessenten pro Jahr fünf Euro Gebühr zahlen.

(17.07.2008 / Quelle: © 2008 AFP)