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15.07.2008 - Urlaubs-SMS im EU-Ausland soll maximal 15 Cent kosten

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SMS-Schreiber
Brüssel (AFP) - Das Versenden von SMS-Textnachrichten im europäischen Ausland soll deutlich billiger werden. Pünktlich zu den Sommerferien im kommenden Jahr könnte die EU die Preise auf maximal 15 Cent deckeln, wie Medienkommissarin Viviane Reding ankündigte. Derzeit müssen Handykunden im Schnitt das Doppelte berappen. Langfristig will Reding die Preise für den SMS-Versand in anderen EU-Staaten sogar auf wenige Cent drücken. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) begrüßte das Brüsseler Vorgehen.

Ende September oder Anfang Oktober will Reding eine Änderung der seit einem Jahr geltenden Verordnung für das sogenannteRoaming vorschlagen. Mit der Gesetzesänderung sollen dann erstmals auch verbindliche Preisobergrenzen für SMS im europäischen Ausland gelten und nicht nur wie bisher für Handygespräche. Pro Jahr werden in der EU nach Kommissionsangaben 2,5 Milliarden SMS über nationale Grenzen hinweg geschrieben.

Deutsche Handynutzer zahlen nach Kommissionsangaben in Spanien oder anderen EU-Ländern für eine Textnachricht 40 Cent oder mehr anstelle von durchschnittlich 19 Cent im Inland. Das will Reding ändern. Die Europäischen Regulierungsbehörden fordern eine Preisobergrenze von 11 bis 15 Cent. Ein Höchstbetrag "am unteren Ende" dieser Spanne scheine ihr angemessen, sagte die Kommissarin. Zu diesem Betrag kommt dann noch die Mehrwertsteuer, die in Deutschland bei 19 Prozent liegt.

Längerfristig sollen die Preise noch stärker sinken, zumindest wenn es nach der Luxemburger Medienkommissarin geht. Dänemark fordert eine Preisobergrenze von 4,2 Cent für SMS im europäischen Ausland. Redings Langfrist-Ziel ist es nach eigenen Worten, "dänische Preise für alle Europäer wahr werden zu lassen".

Die 27 EU-Staaten müssen dem Kommissionsvorschlag ebenso zustimmen wie das Europaparlament. Dies soll vor den Europawahlen im Juni kommenden Jahres geschehen. "Die neuen Preisobergrenzen werden dann vor den Sommerferien in Kraft sein", versprach Reding.

Seehofer nannte die Pläne der EU-Kommission "sehr gut". Auch die Vorsitzende des federführenden Industrieausschusses im Europaparlament, Angelika Niebler (CSU), signalisierte ihre Zustimmung. Sie warf den Mobilfunkkonzernen "Raubrittertum" vor.

(15.07.2008 / Quelle: © 2008 AFP)