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27.06.2008 - Neue Internet-Endungen kosten 100.000 Dollar

Internet-Café
ICANN erwartet deshalb nur einige hundert neuer Adress-Endungen. Die 1,3 Milliarden Internetnutzer weltweit könnten künftig geläufige Wörter, Marken-, Orts-, Firmen- oder Eigennamen als so genannte generic Top-Level-Domains eintragen lassen, sagte Thrush nach der ICANN-Hauptversammlung mit 1500 Delegierten in Paris. Ab dem dritten Quartal 2009 soll es losgehen, Anträge werden ab dem zweiten Quartal angenommen. Bisher gibt es für die weltweit 160 Millionen Web-Adressen rund 250 verschiedene Endungen - seien es Länderbezeichnungen wie .de oder thematische Abkürzungen wie .com (Wirtschaft), .org (Organisationen), .edu (Bildungseinrichtungen) oder .gov (Regierungen).
Künftig könnte es theoretisch eine unbegrenzte Zahl von Adress-Endungen geben. Doch für Normalbürger ist es kaum möglich, sich auf eigene Faust eine Domain zu beschaffen. Der Preis für jeden Neueintrag werde "im niedrigen sechstelligen US-Dollar-Bereich" liegen, sagte ICANN-Geschäftsführer Paul Twomey. ICANN will damit die 20 Millionen Dollar Entwicklungskosten für die Internet-Revolution wieder hereinholen.
"Wir erwarten nicht, dass es tausende Bewerbungen gibt", sagte Thrush. ICANN hoffe dennoch auf "eine breite Bandbreite von Bewerbern". Dazu zählt Thrush auch bestimmte Volksgruppen, die ihre Sprache und Kultur bewahren wollten. Die Großstadt Berlin könne sich .berlin sichern und New York .nyc. Und selbst häufige Nachnamen von Privatleuten könnten durch Zusammenschlüsse etwa in Vereinen zum Zuge kommen.
Im Wirtschaftsbereich hält ICANN Endungen wie .bank und .car für wahrscheinlich. Als eines der wenigen Einzelunternehmen hat die Online-Auktionsseite Ebay bereits Interesse an einer eigenen Domain gezeigt. Wollen zwei Bewerber dieselbe Domain, fordert ICANN sie zunächst auf, untereinander eine Einigung zu finden. Scheitert dies, ist eine Auktion möglich.
(27.06.2008 / Quelle: © 2008 AFP)



