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13.06.2008 - Yahoo rettet sich mit Google-Kooperation vor Microsoft-Übernahme

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San Francisco/New York (AFP) - Nach monatelangem Fusionspoker zwischen dem Internetportal Yahoo und dem Softwareriesen Microsoft gibt es einen Gewinner: Google. Yahoo vereinbarte mit seinem Erzrivalen eine umfassende Zusammenarbeit, wie beide Unternehmen am Donnerstagabend mitteilten. Kurz zuvor hatte Yahoo klargestellt, dass die Gespräche mit Microsoft endgültig gescheitert seien. Der Softwarekonzern hatte versucht, mit einer Übernahme von Yahoo seine Position auf dem Markt für Internetwerbung auszubauen. Yahoo hofft nun, durch das Platzieren von Google-Anzeigen mehr Geld zu verdienen. Die Treffen zwischen Google und Yahoo verliefen teilweise sehr konspirativ.

Yahoo wolle nun seine eigene Firmenstrategie in Unabhängigkeit fortsetzen, erklärte das Internetportal. Bei einem Treffen am Sonntag habe Microsoft sein Angebot zurückgezogen, Yahoo ganz oder nur teilweise zu erwerben. Microsoft erklärte am Donnerstag allerdings, das Angebot, nur die Suchmaschine von Yahoo zu übernehmen, bleibe weiterhin bestehen. Microsoft hatte im Februar zunächst rund 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) für Yahoo geboten. Das Internetportal hatte dies als zu niedrig zurückgewiesen.

Zwei Stunden nach der Erklärung des endgültig gescheiterten Übernahmeversuchs verkündete Yahoo dann die Zusammenarbeit mit Google. Yahoo will in seiner Suchmaschine Anzeigen von Google platzieren lassen. Diese Werbebanner sollen dem Internetpionier jährlich rund 800 Millionen Dollar in die Kasse spülen. Yahoo hofft zudem, mit der Partnerschaft unzufriedene Großaktionäre zu besänftigen, die sich für einen Verkauf an Microsoft stark gemacht hatten. So hatte sich etwa der US-Milliardär Carl Icahn bei dem Internetportal eingekauft, um Microsoft zu einem Sieg zu verhelfen.

Wie viel bei dem Deal für Google herausspringt, teilten die Unternehmen nicht mit - doch es dürfte sich für den Internetgiganten lohnen, der schon jetzt den Werbemarkt dominiert und bei den Suchanfragen nach Zahlen von Dezember mit einem Anteil von rund 62 Prozent führt. Yahoo steht mit knapp 13 Prozent an zweiter Stelle. Der Markt für Internetwerbung hatte 2007 insgesamt ein Volumen von rund 40 Milliarden Dollar und dürfte nach Schätzungen bis 2010 auf 75 Milliarden anwachsen.

Yahoo hatte die Google-Werbeanzeigen mitten im Abwehrkampf gegen Microsoft bereits getestet: Zwei Wochen lang im April erschien die vom Konkurrenten vermittelte Werbung neben den Suchergebnissen der Yahoo-Suchmaschine. Dabei zeigte sich, dass Yahoo auf diese Weise deutlich mehr Geld verdiente als mit der eigenen Werbeplattform. Die nun vereinbarte Kooperation läuft vier Jahre und kann auf zehn Jahre verlängert werden.

Yahoo und Google fürchten angesichts ihrer gemeinsamen Marktmacht allerdings offenbar Probleme mit den Kartellbehörden. Sie kündigten daher an, die Kooperation zunächst auf die USA und Kanada beschränken zu wollen. Auch soll die Yahoo-Seite weiter für selbst vermarktete Anzeigen offen bleiben.

Die Vorbereitungen der neuen Allianz von Yahoo und Google liefen teilweise offenbar sehr konspirativ ab: "Die unterhaltsamsten Gespräche waren diejenigen in Gebäuden von Yahoo an unbekannten und unauffindbaren Orten", erzählte Google-Chef Eric Schmidt. Demnach fuhren Google-Gründer Larry Page und andere Manager außerdem per Fahrrad zu den geheimen Treffen. Google-Mitbegründer Serge Brin bezeichnete es als "sehr aufregend", mit den Yahoo-Gründern David Filo und Jerry Yang zusammenzuarbeiten - mit ihnen hatte er an der Eliteuniversität Stanford kurzzeitig gemeinsam studiert.

(13.06.2008 / Quelle: © 2008 AFP)