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25.05.2008 - Angeklagter im ersten Siemens-Schmiergeldprozess geständig

Siemens-Schriftzug
S. ist wegen Untreue in 58 Fällen angeklagt, als Höchststrafe drohen ihm bei einer Verurteilung fünf Jahre Haft. Er soll insgesamt gut 53 Millionen Euro aus dem Haushalt des Konzerns abgezwackt haben, um der Telekommunikations-Sparte des Konzerns Schmiergeld zum Erringen von Auslandsaufträgen bereitstellen zu können.
Den Ermittlern zufolge organisierte S. den Abfluss der Gelder über Scheinberater und -firmen. Den Auftrag zu diesem Vorgehen habe er Ende September 2002 bei einem Treffen mit insgesamt vier weiteren Siemens-Managern erhalten. Dabei sei auch der Finanzvorstand der Telekommunikations-Sparte, Michael Kutschenreuter, gewesen
Seine Vorwürfe gegen den Zentralvorstand begründete S. mit zwei Gesprächen. So habe er sich im Jahr 2003 über drohende juristische Folgen von durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in seinem Zuständigkeitsbereich entdeckte Schmiergeldzahlungen sowie bei einer Steuerprüfung aufgeflogene Unregelmäßigkeiten bei einem führenden Siemens-Juristen informiert. Im direkten Anschluss daran sei er von Kutschenreuter angerufen worden, dass ihn der damalige Siemens-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger zu dem Gespräch befragt habe.
Bei dem zweiten Gespräch will S. nach eigenen Worten das ehemalige Siemens-Vorstandsmitglied Thomas Ganswindt Anfang des Jahres 2004 gebeten haben, Schmiergeldzahlungen zu unterbinden. Ganswindt hatte wegen der Vorwürfe selbst vorübergehend in Untersuchungshaft gesessen.
Auf konkrete Nachfrage des Vorsitzenden Richters nach Belegen zu seinem Vorwurf der Mitwisserschaft im Zentralvorstand verwies S. bis auf die zwei Gespräche allerdings nur auf die Führungsebene darunter. Dort habe er immer wieder Gespräche geführt. Mit von Pierer oder anderen Verantwortlichen habe er nicht selbst gesprochen.
(25.05.2008 / Quelle: © 2008 AFP)



