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27.05.2008 - Ex-BDI-Chef vergleicht Telekom-Skandal mit Stasi-Methoden

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Henkel
Berlin (AFP) - Der frühere BDI-Chef und Ex-IBM-Manager Hans-Olaf Henkel hat den Skandal um die mutmaßliche Bespitzelung der Telekom-Konzernspitze und von Journalisten mit den "Stasi-Methoden der DDR" verglichen. Die Vorgänge bei der Telekom seien genauso "verwerflich und ekelhaft", sagte er der "Thüringer Allgemeinen". "Das ist kein Kapitalismus, so verstehe ich Marktwirtschaft nicht". Henkel glaubt jedoch nicht, dass Bespitzelungen in der deutschen Wirtschaft insgesamt zunehmen.

Unterdessen bemüht sich der Aufsichtsrat der Telekom um eine schnelle Aufklärung des Skandals. Der Präsidialausschuss des Kontrollgremiums habe sich bereits Anfang Mai darauf verständigt, die interne Überprüfung in "wenigen Wochen" abzuschließen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der Präsidialausschuss werde in den kommenden Tagen über das weitere Vorgehen beraten. Damit erhöht der wichtigste Ausschuss des Aufsichtsrates nach Angaben der Zeitung den Druck auf Vorstandschef René Obermann.

Die Telekom hatte am Wochenende eingeräumt, dass die Telefonverbindungsdaten der eigenen Führungsspitze im großen Stil ausgewertet wurden. Nach einem "Spiegel"-Bericht sollten damit undichte Stellen im Unternehmen aufgespürt werden. Eine Beratungsfirma habe im Auftrag der Telekom die Datensätze auswerten und mit den Telefonnummern und Verbindungsdaten von Journalisten abgleichen sollen, die auf Telekom-Berichterstattung spezialisiert sind.

(27.05.2008 / Quelle: © 2008 AFP)