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29.04.2008 - Siemens vertagt Entscheidung über Forderungen an Pierer

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Siemens-Flaggen
München (AFP) - Der Aufsichtsrat von Siemens hat die Entscheidung über mögliche Schadenersatzforderungen an den ehemaligen Vorstand wegen der Schmiergeldaffäre vertagt. Zu Einzelpersonen aus dem Kreis ehemaliger Vorstandsmitglieder seien derzeit noch keine konkreten Schlussfolgerungen möglich, weshalb auch noch nicht über Konsequenzen entschieden werden könne, teilte das Kontrollgremium des Konzerns in München mit. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ist im Schmiergeldskandal unter dem früheren Management gezielt vertuscht worden.

Die internen Ermittler des Konzerns hätten Hinweise gefunden, wonach das Unternehmen im Jahr 2005 einen unter Korruptionsverdacht stehenden Angestellten nicht entlassen habe, um sein Auspacken über Schwarzgeldkonten gegenüber Staatsanwälten und Medien zu verhindern, berichtete die Zeitung weiter.

Einer nun gefunden Notiz zufolge hatte ein Siemens-Jurist am 17. Oktober 2005 einen als "vertraulich" gekennzeichneten Vermerk über einen Mitarbeiter angefertigt, der eine schwarze Kasse in Österreich verwaltet hatte, wie die Zeitung berichtet. Über diese Kasse seien der Notiz zufolge 1994 bis 1998 Zahlungen in Höhe von 115 Millionen Euro abgewickelt worden. Der Siemens-Jurist habe sich demnach dennoch gegen eine Entlassung des Mitarbeiters ausgesprochen. Damit sollte sich Siemens dessen Loyalität sichern und ein Auspacken verhindert werden.

(29.04.2008 / Quelle: © 2008 AFP)