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27.02.2008 - Grün, mobil und schnell

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Berlin (AFP) - Die Farbe Grün hat Konjunktur, auch in der Informationstechnologie. Deshalb heißt das Thema der am Dienstag in Hannover beginnenden Computermesse Cebit in diesem Jahr "Green IT" - grüne Informationstechnik. Handys und Fernseher, PCs und Server sollen umwelt- und klimafreundlicher werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Möglichkeiten, den Energieverbrauch der Geräte zu senken. Die Produkte macht das unter Umständen zunächst einmal teurer - doch langfristig können Verbraucher und Firmen über eine niedrigere Stromrechnung sparen.

Die Möglichkeiten zum Energiesparen bei Computern und Servern sind groß: Berechnungen von IT-Analysten der Firma IDC haben ergeben, dass Unternehmen pro Dollar, den sie für einen Server ausgeben, 50 US-Cent für die Stromversorgung zahlen müssen. Bei Verbrauchern sind die Dimensionen natürlich andere, der Effekt aber der gleiche. Bei ihnen ist noch immer der Stand-by-Modus ein Energiefresser. Viele moderne Geräte lassen sich nicht einmal komplett ausschalten. Laufen in einem normal ausgestatteten Haushalt alle Geräte auf Stand-by, machen sie etwa zehn Prozent des Stromverbrauchs aus. Werden Geräte komplett ausgeschaltet, lassen sich schnell knapp hundert Euro im Jahr sparen.

Wie Firmen und Privatnutzer angesichts dieser Zahlen Geld sparen können, wollen IT-Unternehmen auf der Cebit vorführen. Dafür baut der Branchenverband Bitkom beispielsweise zwei Musterbüros auf: Eines mit herkömmlichem Desktop-PC, Röhrenmonitor und einer Reihe von Standardgeräten. Ein weiteres mit modernem Laptop, Flachbildschirm, Multifunktionsgeräten und Energiemanagement. Für jedes Büro läuft ein Stromzähler - und zeigt, wieviel Energie und Geld mit moderner Technik eingespart werden können. Zudem können Verbraucher wie Unternehmen etwa lernen, wie Drucker optimal eingesetzt werden.

Gespart werden soll durch "Green IT" aber nicht nur bei der Technik selbst: Die Technik kann auch beim Sparen an anderen Stellen helfen. So sollen auf der Cebit etwa Navigationssysteme vorgestellt werden, die Routen berechnen, bei denen am wenigsten Treibstoff benötigt wird. Immer ausgefeiltere Kommunikationstechnologien machen Reisen überflüssig und helfen so dabei, weite Wege mit dem Auto und dem Flugzeug einzusparen. Ein weiteres Thema sind umweltfreundliche Rohstoffe für den Bau von Computern, Handys und Co.

Doch trotz aller "Green IT" auf der Cebit - letztlich zählen für viele in der Computer- und Hightech-Welt doch nur die Kategorien der Rekorde: möglichst neu, möglichst schnell, möglichst mobil. Deshalb werden die Hersteller auch all das auf der Messe in diesem Jahr wieder anbieten. Im Mittelpunkt dürften dabei die neuesten Flachbild-Fernseher stehen, die immer größer werden. Zugleich wird das Fernsehen immer kleiner: Handy-TV soll endlich durchstarten. Ähnlich ist es bei Notebooks: Auch hier werden die Bildschirme immer größer, andererseits stellen Firmen eine neue Klasse von Geräten vor, die zwischen Laptop und Handy liegen.

Zudem soll neue Technik möglichst überall genutzt werden können. Kabel werden überflüssig, neuen Techniken erlauben, Drucker kabellos mit Computern und Fernseher mit der TV-Dose in der Wand zu verbinden. Hinzu kommen Navigationssysteme mit neuen interaktiven Funktionen, und komplette Bilder- und Musiksammlungen sollen auf winzige Speicherkarten passen und dem Besitzer überall in der Hosentasche folgen können. Auch Geräte zur Podcast-Produktion sollen in einer normalen Tasche Platz finden. Die Messe selbst hat sich auf die schnelle Technikwelt auf der Überholspur eingestellt. Dieses Jahr gibt es erstmals "Fast Lanes": Wer sich vor seinem Besuch auf der Cebit-Homepage registriert, darf die Warteschlangen an den Eingängen überholen.

(27.02.2008 / Quelle: © 2008 AFP)