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22.02.2008 - Schnellster ziviler Rechner in Jülich freigeschaltet

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Forscher in Jülich
Jülich (AFP) - Der schnellste zivile Rechner der Welt ist im Forschungszentrum Jülich offiziell freigeschaltet worden. Bei einem Festakt gaben Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel (CDU), nach Angaben des Forschungszentrums den Startschuss für die Forschung mit dem neuen Supercomputer "Jülicher Blue Gene" (JUGENE). Der Rechner kann 167 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde ausführen und ist damit bis zu 20.000 Mal schneller als ein handelsüblicher PC. JUGENE ist in 16 Schränken untergebracht, die jeweils etwa die Größe einer Telefonzelle haben.

Der IBM-Supercomputer wird von Forschern aller Fachrichtungen für Simulationen genutzt. JUGENE soll unter anderem dabei helfen, die Galaxienbildung im Weltall und die Protein-Faltung in Zellen zu verstehen. Untersucht werden auch Schadstoffe im Boden, das Magma im Erdinneren und chemische Reaktionen in der Atmosphäre. In der Teilchenphysik und bei der Entwicklung von Evakuierungsszenarien erwarten die Wissenschaftler ebenfalls neue Erkenntnisse. Der Hochleistungsrechner verfügt über 65.536 Prozessoren und einen Hauptspeicher von 32 Terabyte.

Der Vorsitzende des Forschungszentrums Jülich, Achim Bachem, bezeichnete JUGENE als "weiteren Meilenstein für eine zukunftsfähige Forschung". "Wissenschaft und Wirtschaft brauchen Rechenleistung auf höchstem Niveau - die einen, um Spitzenforschung zu bringen, und die anderen, um Innovationen zu schaffen." Am Erwerb des rund 15 Millionen Euro teuren Superrechners waren neben dem Forschungszentrum Jülich das Land Nordrhein-Westfalen, das Bundesforschungsministerium und die Helmholtz-Gemeinschaft beteiligt.

JUGENE ist der dritte Superrechner in Jülich. In der Rechnerhalle der renommierten Forschungseinrichtung haben auch seine Vorgänger JUMP und JUBL ihren Platz. Die drei Computer ergänzen sich dergestalt, dass für jede wissenschaftliche Simulationsaufgabe das passende Werkzeug zur Verfügung steht. Derzeit rechnen auf den Jülicher Supercomputern rund 200 europäische Forschergruppen.

(22.02.2008 / Quelle: © 2008 AFP)