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12.02.2008 - Experten warnen vor Preisgabe von Privatem im Internet

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Computer-Nutzerin
Berlin (AFP) - Das Bundesministerium für Verbraucherschutz hat zu erhöhter Sensibilität beim Umgang mit persönlichen Daten im Internet gemahnt. Kaum jemand denke daran, dass er in Online-Foren, auf Netzwerk-Seiten oder in Internet-Tagebüchern Spuren hinterlasse, die leicht zurückverfolgt und zur Erstellung eines kompletten Persönlichkeitsprofils genutzt werden könnten, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Ursula Heinen in Berlin auf einer Konferenz anlässlich des "Safer Internet Day". Die "Sicherung der Identität" und der Schutz vor Missbrauch sei eine "der größten Herausforderungen der digitalen Welt".

Die Motive der "virtuellen Fährtensucher" seien vielfältig, sagte Heinen. Ziel sei etwa, Werbung zielgenauer zu platzieren. "Es kann aber auch sehr schnell darum gehen, sich ein Bild von den Charaktereigenschaften eines Bewerbers um einen Arbeitsplatz zu machen." Gerade junge Menschen äußerten sich in Internet-Communitys und Blogs oft "freimütig und unbekümmert", warnte Heinen. Dabei gehe es um Beziehungen, Sexualität, Partygänge oder Arbeitsstress. Wie im Straßenverkehr müssten sich die Internet-Nutzer der Risiken bewusst sein und sich entsprechend verhalten.

Auf Plattformen und Foren gemachte persönliche Angaben seien oft frei zugänglich und blieben im Internet nahezu "ewig gespeichert", warnte Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). "Wir raten, mit privaten Details sparsam zu sein." Laut einer im Auftrag von BITKOM erhobenen Forsa-Studie stellen 18 Prozent der Deutschen persönliche Informationen ins Netz. Unter jungen Internetnutzern bis 29 Jahre veröffentliche jeder Zweite persönliche und intime Angaben im Internet, sagte Kempf. "Gerade für die junge Generation ist es also wichtig, eigene Maßstäbe für Datenschutz und Privatsphäre zu entwickeln." Dies sollte bereits in Computer-Kursen in der Schule geschehen.

Eine Grundregel für die Teilnahme in Foren sei die Nutzung von Spitznamen, anstatt Vor- und Nachname zu nennen, sagte Kempf. Jedoch müssten auch künftige Arbeitgeber Verständnis für die Situation im Netz haben, forderte Heinen. Die Jugendlichen wollten von ihren Freunden identifizierbar sein. "Das kann man ihnen nicht nehmen."

(12.02.2008 / Quelle: © 2008 AFP)