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27.01.2008 - Bochumer Nokia-Mitarbeiter kämpfen weiter um ihre Jobs

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Barroso
Hamburg (AFP) - Über 2000 Beschäftigte des Bochumer Nokia-Werks haben auf einer Betriebsversammlung die geplante Werksschließung scharf kritisiert und weitere Protestaktionen vereinbart. Für den 10. Februar ist eine Menschenkette um das Werk in Bochum geplant, wie die IG Metall mitteilte. Am Mittwoch wollen sich zudem in Brüssel die Betriebsräte der europäischen Standorte von Nokia zur Abstimmung ihrer weiteren Zusammenarbeit treffen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sicherte den Bochumer Nokia-Mitarbeitern derweil die Unterstützung der Europäischen Union zu.

Die Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Werks, Gisela Achenbach, sagte in der Versammlung in Bochum: "Der Stern von Nokia ist massiv angekratzt und verbeult. Nokia hat es aber immer noch in der Hand, mit einer neuen Entscheidung für den Standort Bochum wieder für neuen Glanz zu sorgen."

"Ich verstehe die Sorgen der Beschäftigten, versichere ihnen unsere Solidarität", sagte Barroso der "Bild am Sonntag". "Wo es erforderlich ist, helfen wir, zum Beispiel bei Umschulungen." Barroso verwies darauf, dass Deutschland bis 2015 mehr als neun Milliarden Euro aus dem EU-Sozialfonds erhalten werde. Die Verlagerung des Nokia-Werks nach Rumänien werde nicht mit Geld aus Brüssel gefördert, betonte Barroso.

In Brüssel werde darauf geachtet, dass es keinen "unfairen Wettlauf um nationale Förderungen" gebe. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hält nach Informationen der "Bild am Sonntag" einen Erhalt des Nokia-Werks in Bochum für möglich. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) und der Nokia-Gesamtbetriebsrat hätten sich bei einem Treffen am vergangenen Freitag auf den Erhalt des Standorts als oberstes gemeinsames Ziel festgelegt, heißt es in der jüngsten Ausgabe des Blattes unter Berufung auf die Düsseldorfer Staatskanzlei. Der finnische Konzern habe die Reaktionen in der deutschen Öffentlichkeit und den damit verbundenen Markenschaden falsch eingeschätzt und sei jetzt offenbar zur Zusammenarbeit bereit.

Nokia will das Bochumer Werk nach den bisherigen Planungen aus Kostengründen zur Jahresmitte aufgeben und die Produktion unter anderem nach Rumänien verlagern. Dagegen hatte sich eine Welle der Proteste erhoben.

(27.01.2008 / Quelle: © 2008 AFP)