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25.01.2008 - Nokia: Bochumer Mitarbeitern keinen Rumänien-Umzug angeboten

Proteste in Bochum gegen die Werksschließung
Der Nokia-Vertreter verwies darauf, dass die Gehälter in Rumänien bei einem "Zehntel der deutschen" lägen. "Glauben Sie wirklich, das interessiert jemanden?" Er fügte hinzu, gleichzeitig stehe aber natürlich jedem Nokia-Mitarbeiter auf der Welt jedes Stellenangebot von Nokia weltweit offen. Die "Rheinische Post" hatte unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, ein Wechsel der Bochumer Mitarbeiter nach Rumänien gehöre zu den Vorstellungen, die die Nokia-Führung mit Gewerkschaftsvertretern und Politikern in der kommenden Woche diskutieren wolle.
Der finnische Handybauer will das Bochumer Werk mit 2300 Mitarbeitern aus Kostengründen zur Jahresmitte dicht machen und die Produktion unter anderem nach Rumänien verlagern. Beck äußerte sich empört, dass Nokia nur wenige Tage nach der Bekanntwerden der Schließungspläne am Donnerstag einen Rekordgewinn von 7,2 Milliarden Euro für Geschäftsjahr 2007 vermeldet hatte. Es gehe bei der Werksschließung nur darum, dass Nokia "den Rachen nicht voll kriegt, dass man mit 15 Prozent Rendite immer noch nicht zufrieden ist", sagte der SPD-Vorsitzende im RTL-Nachtjournal. "Dieses Unternehmen bringt sich um seinen Ruf."
Der Betriebsrat des Bochumer Werks schöpfte unterdessen offenbar neue Hoffnung, den Standort doch noch erhalten zu können. Mit Blick auf die öffentliche Entschuldigung des Nokia-Chefs Olli-Pekka Kallasvuo vom Donnerstag sagte Betriebsratschefin Gisela Achenbach im ZDF, dies wecke bei ihr die "Hoffnung, dass vielleicht noch etwas anderes hinterherkommt". Nokia könne den zunehmenden Image-Schaden auf Dauer nicht aushalten. "Die knicken irgendwie ein, und sei es, dass sie uns nur noch eine halbe Produktion geben." Kallasvuo hatte allerdings an der Schließung des Bochumer Standorts festgehalten.
(25.01.2008 / Quelle: © 2008 AFP)



