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23.01.2008 - Siemens will drohende Milliardenstrafe aus USA abmildern

Löscher
Cromme sagte, die US-Börsenaufsicht SEC und das US-Justizministerium hätten zugesagt, in Kürze Gespräche "über einen umfassenden und fairen Vergleich" aufzunehmen. Er hoffe, die Gespräche könnten im Februar beginnen. Die Verhandlungen seien bei einem Treffen von Cromme, Vorstandschef Peter Löscher und Vertretern von Börsenaufsicht und Justizministerium Mitte Dezember vereinbart worden. Dabei hätten die Behörden die internen Untersuchungen des Siemens-Konzerns als "positive Entwicklungen" bezeichnet.
Die US-Behörden prüfen die Schmiergeldvorwürfe bei Siemens, weil der Konzern seit 2001 an der New Yorker Börse notiert ist. Laut Medienberichten drohen dem Konzern aus den USA Strafen von bis zu vier Milliarden Euro.
Löscher betonte, Siemens verfüge über ein "sehr gutes und umfassendes Regelwerk". Versagt habe die Führungskultur, kritisierte er. Unter dem Applaus der rund 8000 Siemens-Aktionären in der Münchner Olympiahalle fügte Löscher hinzu: "Mir geht es um sauberes ein Geschäft immer und überall und um Spitzenleistung auf höchstem ethischen Niveau."
Möglicherweise ist auch die bisher als weitgehend sauber geltende Sparte Medizintechnik ins Visier der Ermittler geraten. Laut der "Süddeutschen Zeitung" und dem "Handelsblatt" soll es auch in diesem Geschäftsfeld ein dubioses Finanzsystem gegeben haben. Gut 140 Millionen Euro aus der profitabelsten Unternehmenssparte könnten demnach in dunkle Kanäle geflossen sein.
Einen Milliardengewinn erzielte das Unternehmen in den letzten drei Monaten des Jahres vor allem dank des Verkaufs der Automobilzuliefer-Sparte. Siemens verdiente im ersten Quartal des im Oktober beginnenden Geschäftsjahrs unter dem Strich rund 6,5 Milliarden Euro. 5,4 Milliarden Euro seien auf den Verkauf der Automobilzuliefer-Sparte an den Continental-Konzern zurückzuführen. Der Umsatz stieg von Oktober bis Dezember um zehn Prozent auf 18,4 Milliarden Euro.
(23.01.2008 / Quelle: © 2008 AFP)



