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27.05.2008 - Einweihung neuer Hightech-Labore an der Universität Leipzig

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Im neuen Virtual-Reality-Labor der Universität Leipzig

Im neuen Virtual-Reality-Labor der Universität Leipzig
Die Region Leipzig etabliert sich immer stärker als internationaler Logistikstandort: Erst gestern wurde das neue Luftfrachtdrehkreuz der DHL offiziell eröffnet. Aber auch die Wissenschaft widmet sich dem Thema intensiv. Um die Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu unterstützen, wurden gestern am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig sechs neue Hightech-Labore eingeweiht, beispielsweise für Virtual Reality, High-Performance-Computing und Anwendungssysteme. Das Interesse war groß: Circa 150 Gäste schauten sich in den Räumen um und ließen sich verschiedene Projekte demonstrieren. Für die neuen Labore wurden insgesamt 1,5 Millionen Euro investiert, ein Teil davon kam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Im Labor für Radio-Frequenz-Identifikation (RFID) erforscht man die Anwendung von RFID-Technologien in der Logistik sowie deren Einsatzmöglichkeiten. Bei RFID werden Objekte über Funk indentifiziert. Ein Sichtkontakt zwischen Dateiträger und Lesegerät ist dabei nicht erforderlich. Das Labor wird unter anderem im Rahmen des Projektes Logistik-Service-Bus (LSB) genutzt. Dieses hat zum Ziel, die Geschäftsprozesse von Logistikunternehmen durch leistungsfähige und vernetzte Software zu optimieren. So können beispielsweise durch RFID beförderte Waren unkomplizierter und fehlerfrei verfolgt werden. Dies zeigte sich bereits in verschiedenen Testszenarien wie beim intelligenten Warenein- und ausgang, der die einzelnen Objekte fehlerfrei erfasst. "Wir führen auch Testszenarien für Unternehmen aus", erklärte Steffi Donath, Mitarbeiterin des Labors. So interessierten sich bereits Besucher wie die Unternehmen Gerry Weber International AG aus Halle oder das Hasso Plattner Institut aus Potsdam für die RFID-Technologie.

Im LSB-Demo-Labor können logistikbezogene Anwendungssysteme getestet werden, so zum Beispiel das SAP Transportation Management (SAP TM), eine branchenspezifische Lösung zur Steuerung der Waren vor und während des Versandes. Im LSB-Projekt läuft SAP TM nicht nur als reine Stand-Alone-Lösung, sondern interagiert in einer Serverumgebung mit anderen SAP-Produkten. "So können die Unternehmen beispielsweise untereinander Daten austauschen", erläuterte André Ludwig, kommissarischer Leiter des LSB-Projektes.

Vielfältig einsetzbar ist auch der "SmartRunner", den Roman Belter und Rolf Kluge von Institut für Wirtschaftsinformatik entwickelt haben. Mit der Lösung ist es möglich, Freizeitsportler während ihres Trainings mit Hilfe eines globalen Positionierungssystems (GPS) zu orten. Dazu benötigt man lediglich ein Smartphone oder einen Pocket-PC sowie die SmartRunner-Software für mobile Geräte. Bereits während des Laufens werden dem Nutzer Informationen über das Trainung angezeigt. Nach dem Laufen stehen die Daten dann am Computer zur Analyse und Auswertung bereit. Darüber hinaus kann man die gelaufene Strecke auf einer Landkarte von GoogleMaps anschauen und sich auf einer Community-Website mit anderen Sportlern austauschen. "Es ist jedoch auch möglich, das System unter anderem im Logistik-Bereich zu nutzen", betonte Roman Belter. So können Unternehmer beispielsweise die Route ihrer LKW-Fahrer verfolgen und genau auswerten. Das System wird zum Mitteldeutschen Firmenlauf am 21. Juni 2008 zum Einsatz kommen.


Die Universität Leipzig wurde 1409 gegründet. Sie ist eine klassische Volluniversität mit einem sehr breiten Spektrum wissenschaftlicher Fächer, die sich in übergreifender Zusammenarbeit von Geistes-, Sozial-, Natur- und medizinischen Wissenschaften gegenseitig anregen und entwickeln. An der Hochschule sind derzeit ca. 31.000 Studierende an 14 verschiedenen Fakultäten eingeschrieben.

(27.05.2008 / Quelle: saxxess.com / Bild: Institut für Industrielle Software-Techniken (IIST))