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13.05.2008 - Staatsregierung unterstützt schnelles Internet im ländlichen Raum

Wappen des Freistaates Sachsen
Die Studie nahm exemplarisch zwölf Orte im ländlichen Raum unter die Lupe. Nach der Erfassung von Angebotssituation und Nachfrage wurden für jeden Ort drei Vorschläge erarbeitet, wie und mit welcher Technik das Dorf an die Daten-Autobahn kommen könnte. Vorgegeben war eine Erschließung aller bebauten Ortsteile mit einem breitbandigen Internetzugang (Downloadgeschwindigkeit mind. 2.000 Kbit/s, Upload mind. 192 Kbit/s). Das Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass es keinen einheitlichen Lösungsansatz für die Orte gibt. In Abhängigkeit von topografischer Lage, Siedlungsstruktur und Einwohnerzahl müsse für jede Gemeinde eine individuelle Lösung gefunden werden. Zu unterschiedlich seien Ausgangssituation und Nachfrage.
Das Gutachten kam unter anderem zu dem Schluss, dass sich in knapp der Hälfte der untersuchten Gemeinden eine Breitbanderschließung auch ohne staatliche Infrastrukturförderung rechnen würde. In den anderen Orten ergaben sich Lücken in der Wirtschaftlichkeit. Diese bewegten sich - bei der günstigsten der drei vorgeschlagenen Technologien - in der Regel um die 40.000 Euro.
Die Förderung der "Breitbandinitiative ländlicher Raum" wird in zwei Etappen starten. Zunächst müssten interessierte Gemeinden Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalysen durchführen. Diese und begleitende Informationsveranstaltungen für die Bürger werden mit 60 Prozent gefördert. Sollte sich durch die Untersuchungen herausstellen, dass eine Erschließung nicht wirtschaftlich ist, soll eine Unterstützung gewährt werden. Dazu läuft derzeit bei der EU ein beihilferechtliches Genehmigungsverfahren. Spätestens im Sommer rechnet das Umweltministerium mit einer Entscheidung aus Brüssel. "Dort, wo sich eine Wirtschaftlichkeitslücke auftut, wollen wir helfen", so Wöller.
Die Förderung erfolgt im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) und muss deshalb von der ILE- bzw. LEADER- Koordinierungsstelle befürwortet werden. Für diese Unterstützung stehen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz in diesem Jahr 930.000 Euro zur Verfügung. Hinzu kommen Mittel aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum.
Die Studie wurde nach Ausschreibung an den SAP-Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation der TU Dresden vergeben. Ausgeführt wurde sie von einem Projektkonsortium bestehend aus TU Dresden, Tele-Kabel-Ingenieurgesellschaft mbH Chemnitz und der Fa. Teleconnect Dresden. Die Studie kostete 84.000 Euro. Sie ist im Internet unter smul.sachsen.de zu finden.
Bei den untersuchten Orten handelte es sich um Drebach (Mittlerer Erzgebirgskreis), Oberwiesenthal (Landkreis Annaberg), Löbnitz (Landkreis Delitzsch), Schönbach (Landkreis Löbau-Zittau), Naundorf (Landkreis Freiberg), Roitzschjora (Landkreis Delitzsch), Pechern (Niederschlesischer Oberlausitzkreis), Fröbersgrün (Vogtlandkreis), Lache (Niederschlesischer Oberlausitzkreis), Ammelsdorf (Weißeritzkreis), Wannewitz (Landkreis Delitzsch) und Burghardtsgrün (Vogtlandkreis).
(13.05.2008 / Quelle: saxxess.com / Sächsisches Staatsministerium Umwelt/Landwirtschaft (SMUL) / Bild: sachsen.de)



