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11.07.2008 - saxxess.event 2008: Alles sicher, oder was?

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Thomas Mosch vom BITKOM, Ministerialdirigentin Barbara Meyer und PC-Ware-Chef Dr. Knut Löschke (v.l.n.r.) auf dem Podium
Wie leicht man mit wenigen Klicks eine Webpräsenz manipulieren oder völlig zerstören kann, demonstrierte Marco Tessendorf vom Berliner IT-Unternehmen procado am Donnerstagabend beim saxxess.event im art'otel Dresden. Beim Live-Hacking einer fiktiven Website wurde deutlich, dass es gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen wichtig ist, sich mit den Themen IT-Sicherheit und IT-Recht zu befassen. Das saxxess.event, das in diesem Jahr als Sächsischer IT-Rechtstag 2008 stattfand, wollte Unternehmer und IT-Verantwortliche für die Chancen und Risiken des E-Business sensibilisieren. Bereits am Nachmittag beleuchteten kompetente Referenten in verschiedenen Workshops ganz praktische Aspekte der Problematik - von der verschlüsselten E-Mail über Datenschutz am Arbeitsplatz bis zur richtigen Verwendung von Passwörtern. Auf dem Podium der Abendveranstaltung diskutierten dann Experten aus Politik und Wirtschaft, wie der einzelne Unternehmer, aber auch das Rechtssystem mit den Herausforderungen der neuen Technologien fertig werden können.

Zunächst begrüßte Ministerialdirigentin Barbara Meyer vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit die Gäste und zitierte eine Studie des Branchenverbandes BITKOM, der zufolge Deutschland in Europa die Nummer 1 beim Pro-Kopf-Umsatz im Bereich E-Commerce ist. Moderatorin Nicole Krieger eröffnete dann die Podiumsdiskussion und wollte zunächst von Thomas Mosch, Mitglied der Geschäftsleitung des BITKOM, wissen, wo die größten Gefahren beim E-Business liegen. Mosch verwies vor allem auf die Blauäugigkeit vieler Unternehmer: "Das größte Sicherheitsrisiko ist die Arglosigkeit und die Nachlässigkeit." Ähnlich sah es auch Medienberater Ossi Urchs. Ihm zufolge kommen die meisten Angriffe aus dem Unternehmen selbst, beispielsweise von Mitarbeitern, die vor der Entlassung stehen und gezielt Schaden anrichten wollen.

Doch wenn sich Unternehmen im Internet bewegen, lauern auch rechtliche Risiken: allen voran die gefürchtete Abmahnung. Damit wurde auch schon Kirstin Walther konfrontiert. Sie ist Geschäftsführerin der Kelterei Walther's aus Arnsdorf bei Dresden und betreibt seit 2006 ein Unternehmensblog - den Saftblog. Nachdem sie im Februar 2006 einen Blogeintrag über die Olympischen Spiele mit einem Bild der olympischen Ringe veröffentlicht hatte, erhielt sie im Dezember des Jahres eine Abmahnung des Deutschen Olympischen Sportbundes mit einem Gegenstandswert von 150.000 Euro. Zunächst war sie so entmutigt, dass sie ihren Blog schließen wollte. Doch der Zuspruch und das Engagement ihrer Leser überzeugten sie weiterzumachen. Kristin Walther hatte Glück: Wohl auch weil die Medien den Fall aufgegriffen hatten, gab der Olympische Sportbund schließlich klein bei und sie musste lediglich eine Strafe von 250 Euro zahlen.

Die Praxis einiger Anwälte, die im Internet gezielt nach Rechtsbrüchen suchen, um dann Abmahnungen zu verschicken, kritisierte Dr. Knut Löschke, Vorstand der PC-WARE Information Technologies AG. Auf diese Weise würde unter den Usern Panik vor Abmahnungen verbreitet, mit der Konsequenz, dass diese das Internet nicht mehr nutzen. Auch IT-Fachanwalt Dr. Christian Klostermann hielt dieses Vorgehen für überzogen. Löschke forderte weiterhin mit Nachdruck ein neues Rechtssystem, das den modernen Medien gerecht werde und von jedermann verstanden werden müsse. Und auch Kirstin Walther gab zu bedenken, dass viel mehr Unternehmen das Internet stärker geschäftlich nutzen würden, wenn der rechtliche Rahmen nicht so kompliziert wäre.

Die Grenzen haben sich verschoben, so Ossi Urchs. Viele Menschen bewegen sich heute in einem Rechtsraum, in dem sie eigentlich beruflich gar nicht zu Hause sind. Jeder kann im Internet redaktionelle Texte veröffentlichen, allerdings fehlt meist das medienrechtliche Hintergrundwissen. Es werde jedoch erwartet, dass sich jeder einzelne in den verschiedensten Bereichen des Rechts auskenne. So konstatierte Urchs: "Wir haben ein Rechtssystem, das der Technik nicht mehr entspricht."

(11.07.2008 / Quelle: saxxess.com / Bild: saxxess.com)

 

Bildergalerie: saxxess.event 2008 in Dresden

Praxisnahe Informationen im Workshop 1
Ministerialdirigentin Barbara Meyer vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit begrüßte die Gäste zum saxxess.event 2008
Das Podium (v.l.n.r.): Thomas Mosch vom BITKOM, Ministerialdirigentin Barbara Meyer, PC-WARE-Chef Dr. Knut Löschke, Moderatorin Nicole Krieger, Medienberater Ossi Urchs, Kirstin Walther von der Kelterei Walther's und Rechtsanwalt Dr. Christian Klostermann
Moderatorin Nicole Krieger, Medienberater Ossi Urchs, Keltereichefin Kirstin Walther und Rechtsanwalt Dr. Christian Klostermann (v.l.n.r.)
Thomas Mosch vom BITKOM, Ministerialdirigentin Barbara Meyer, PC-WARE-Chef Dr. Knut Löschke (v.l.n.r.)
Gespannte Zuhörer bei der Podiumsdiskussion
Die Begleitausstellung
Am Stand des Deutschen Anwaltvereins
Networking bei sächsischer Küche

 

 


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