Studien
26.05.2008 - Internet-PC wird für Jugendliche zum zentralen Medium

Jugendliche nutzen das Internet als Unterhaltungsmedium
Jugendliche konsumieren auf Videoplattformen im Internet nicht nur Videos, die von den Nutzern produziert wurden (wie z.B. private Spaßvideos), sondern vor allem auch Inhalte der "alten" Massenmedien. Insbesondere ihre Vorlieben für Musik, aber auch für Filme und Fernsehsendungen führen Jugendliche ins Netz: 66 Prozent der musikinteressierten Jugendlichen schauen sich Musikvideos im Internet an. Onlinevideos zu Filmen sehen sich 55 Prozent der Filminteressierten an und Onlinevideos zu Fernsehsendungen nutzen 30 Prozent der Fernsehinteressierten.
Das Internet wird für Jugendliche zum Massenmedium 2.0
Internetspezifische Inhalte, wie z.B. Videoparodien auf Harry Potter, können bei Jugendlichen einen ebenso hohen Bekanntheitsgrad erreichen wie Inhalte "klassischer" Massenmedien. Sie werden nicht nur tausendfach angeklickt, sondern liefern den Stoff für Pausengespräche und werden als Link im Freundeskreis verschickt. Dabei ist das Internet aber nicht einfach nur ein weiteres Massenmedium. Es sind vor allem die neuen Nutzungsqualitäten, weswegen immer mehr junge Menschen das Internet zur Unterhaltung nutzen: Im Netz stellen sie sich ihr "Programm" ganz individuell zusammen, indem sie sich ihre Lieblingsvideos gezielt anschauen und in Playlisten abspeichern oder nach neuen, spannenden Videos suchen. Zudem können sie dort auf viele zusätzliche Informationen zugreifen, Kommentare lesen oder schreiben und sich mit Gleichgesinnten vernetzen.
Jugendliche nutzen das Internet auch als Mitmachmedium
Auch wenn viele Jugendliche Web-2.0-Angebote wie z.B. Videoplattformen zur Unterhaltung nutzen - das Internet selbst durch das Hochladen eigener Inhalte mitzugestalten, ist für sie nicht in gleichem Maße relevant. So haben beispielsweise nur 40 Prozent der Befragten schon einmal ein Video selbst (oder gemeinsam mit anderen) ins Internet gestellt. Anders ist dies aber bei Bildern: 84 Prozent der befragten 12- bis 19-Jährigen laden Bilder ins Internet, 39 Prozent tun dies sogar oft. Mit diesen Bildern, seien es Fotos von der letzten Party, Selbstporträts oder auch Bilder von den Lieblingsstars, präsentieren sich die Jugendlichen selbst im Internet. Sie gestalten damit ihr virtuelles Profil - z.B. bei Social Networks wie SchuelerVZ und MySpace oder auch bei Messengerdiensten wie ICQ.
Der Internet-PC macht "alte" Medien für Jugendliche zunehmend überflüssig
Die Stereoanlage verschwindet aus dem Jugendzimmer, der Discman ist schon längst verstaubt: Wenn Jugendliche heute Musik hören, dann hören sie meist MP3-Dateien - sei es mit dem PC oder mit mobilen Playern - oder sie greifen gleich auf das Internet zu. Am Beispiel der Musiknutzung zeigt sich am deutlichsten, dass der Gebrauch von Computer und Internet zunehmend zur Ablösung von "alten" Trägermedien und Wiedergabegeräten führt: 78 Prozent der befragten Jugendlichen hören Musik oft am PC, während nur 36 Prozent oft den CD-Player zum Musikhören nutzen. Das Internet tritt zunehmend in Konkurrenz zum herkömmlichen Rundfunk: 40 Prozent der Befragten hören ihre favorisierte Musik im Internet, jedoch nur 29 Prozent im Radio und 28 Prozent im Fernsehen.
Das Projekt Medienkonvergenz Monitoring ist ein Langzeitprojekt der Professur für Medienpädagogik und Weiterbildung der Universität Leipzig (Prof. Dr. Bernd Schorb) und wird von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) gefördert. Es beobachtet seit 2003 die Entwicklung der Medienkonvergenz, bei der vormals getrennte Medienbereiche und Übertragungswege zunehmend zusammenwachsen. Im Mittelpunkt steht die Relevanz dieser Entwicklung für Heranwachsende und deren Medienumgang. Dabei liegt der Fokus einerseits auf der Nutzung der multifunktionalen Medien Computer, Internet und Handy. Andererseits wird untersucht, wie Jugendliche ihr Interesse für Musik, Computerspiele, Filme und Fernsehsendungen über verschiedene Medien hinweg verfolgen. Die aktuellen Ergebnisse sind abrufbar unter www.medienkonvergenz-monitoring.de.
(26.05.2008 / Quelle: saxxess.com / Universität Leipzig)




