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15.04.2008 - Antike Texte mithilfe moderner IT erkunden
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"E-Aqua" ist die Abkürzung für "Extraktion von strukturiertem Wissen aus Antiken Quellen für die Altertumswissenschaft". In den nächsten drei Jahren sollen fortgeschrittene Werkzeuge aus dem Bereich des Text-Mining in den textorientierten Altertumswissenschaften eingesetzt werden, die über die üblichen Suchmöglichkeiten hinausgehen. Unter dem Begriff Text-Mining versteht man ein automatisiertes Verfahren, bei dem eine Software mithilfe von statistischen und linguistischen Mitteln neue und relevante Informationen aus Textdaten generiert.
In Leipzig werden nun Altertumswissenschaftler (Gräzisitik, Latinistik, Alte Geschichte, Papyrologie, Epigraphik) und Informatiker (Abt. Automatische Sprachverarbeitung) eng zusammenarbeiten. "Erstmals soll hierbei die Adaption von Verfahren aus dem Text-Mining auf die historischen Sprachen des Altgriechischen und Lateinischen in arbeitsfähigem Umfang entwickelt werden und neue Erkenntnisse ermöglichen", erklärt die Althistorikerin Prof. Dr. Charlotte Schubert. Auf diese Weise wolle man neue inhaltliche Zusammenhänge ebenso wie Ähnlichkeiten von Texten und Begriffen finden, um etwa leichter die Autorenschaft oder Referenzen und Zitate zu bestimmen. "Insbesondere für nur fragmentarisch erhaltene Texte ist auf diesem Weg eine Vergrößerung des Textbestandes selbst zu erwarten, indem Fragmente entweder ergänzt oder neue, weitere identifiziert werden", betont Prof. Schubert.
Ihr Partner als Koordinator dieses Projektes ist Prof. Dr. Gerhard Heyer vom Institut für Informatik (Automatische Sprachverarbeitung), der die Weiterentwicklung und Anpassung der informationstechnologischen Seite übernimmt. Die Text-Mining-Technologie soll künftig als öffentlich verfügbare Software vor allem bei der Nutzung digitalisierter antiker Textquellen eingesetzt werden. Insgesamt acht Wissenschaftler werden in den kommenden drei Jahren an diesem Projekt arbeiten.
Die Universität Leipzig wurde 1409 gegründet. Sie ist eine klassische Volluniversität mit einem sehr breiten Spektrum wissenschaftlicher Fächer, die sich in übergreifender Zusammenarbeit von Geistes-, Sozial-, Natur- und medizinischen Wissenschaften gegenseitig anregen und entwickeln. An der Hochschule sind derzeit ca. 31.000 Studierende an 14 verschiedenen Fakultäten eingeschrieben.
(15.04.2008 / Quelle: saxxess.com / Universität Leipzig / Bild: Universität Leipzig)



