Studien


14.03.2008 - Defizite beim Informatik-Unterricht an Deutschlands Schulen

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Titelblatt der CHIP-Studie "Kids am Computer"
Titelblatt der CHIP-Studie "Kids am Computer"
Qualität und Quantität des Computer-Unterrichts an Deutschlands Schulen sinken mit dem Niveau des angestrebten Schulabschlusses. Auch grundsätzlich gibt es Defizite sowohl bei der Ausstattung der Schulen mit EDV-Technik als auch beim Unterrichtsangebot im Bereich IT. Dies zeigt die Studie "Kids am Computer", die vom Computermagazin CHIP in Auftrag gegeben wurde. Sie basiert auf Interviews mit 841 Schülern zwischen 10 und 19 Jahren an allgemeinbildenden Schulen in ganz Deutschland und wurde vom Münchener Marktforschungsinstitut "iconkids & youth" durchgeführt, das auf Umfragen mit Kindern und Jugendlichen spezialisiert ist.

Bereits 85 Prozent der 10- bis 11-Jährigen können zu Hause einen Rechner nutzen, fast jeder Zweite der Altersgruppe ist mehrmals pro Woche im Internet, jeder Vierte wird zu Hause in Sachen Computer um Rat gefragt. Im Widerspruch dazu steht jedoch der Stellenwert der Computernutzung an deutschen Schulen: Nur jeder Fünfte aus der Altersgruppe hat in der Schule Computer- oder EDV-Unterricht.

Insgesamt lässt die Schulausstattung mit PCs noch zu wünschen übrig. Nur 71 Prozent der Schüler aus den alten Bundesländern geben an, in ihrer Schule Computer nutzen zu können. In den neuen Bundesländern sind es immerhin 79 Prozent. Generell verfügen mehr Gymnasien (85 Prozent) über digitale Technik als Real- (74 Prozent) und Hauptschulen (60 Prozent). Die Qualität der Schulcomputer gibt oft Grund zur Beanstandung. Der CHIP-Studie zufolge beschweren sich vier von zehn Schülern, dass die Rechner oft nicht richtig funktionieren. In Hauptschulen ist die Qualität der Rechner noch etwas schlechter, hier monieren 46 Prozent der Schüler Mängel in der IT-Ausstattung.

Auch die Intensität der PC-Nutzung differiert nach Schultyp: Im Gymnasium wird der Rechner deutlich häufiger und früher eingesetzt. Bei Real- und Hauptschulen kommt der Computer erst in den letzten Klassen verstärkt zum Einsatz. Besonders ausgeprägt ist die digitale Kluft bei der quantitativen PC-Ausstattung: Während 38 Prozent der Gymnasiasten im IT-Unterricht einen PC für sich alleine haben, sind es an den Hauptschulen nur 28 Prozent. Bei der Bewertung der Informatiklehrer gibt es ebenfalls Unterschiede zwischen den Schultypen. Am Gymnasium erhielten sie die Durchschnittsnote 2,6, ihre Kollegen an den Hauptschulen eine 2,9.

Unabhängig vom Schultyp stimmt jeder vierte Schüler der Aussage zu: "Ich langweile mich im EDV-Unterricht und mache andere Sachen am Computer." Ebenfalls bei 25 Prozent liegt die Quote der Schüler, die folgendem Statement zustimmen: "In meiner Klasse waren Mitschüler im Unterricht heimlich auf für Jugendliche verbotenen Seiten." Markus Martin, Leiter der CHIP-Marktforschung, warnt vor falschen Schlüssen: "Ob die Unterforderung im Unterricht zwangsläufig zu krassem Fehlverhalten der Schüler führt, sei dahingestellt. Die CHIP-Jugendstudie zeigt aber eindeutig, dass es um die digitale Kompetenz an unseren Schulen nicht gut bestellt ist. Vor allem an den Hauptschulen müssen die Ausbildung der Lehrer und die IT-Ausstattung möglichst schnell verbessert werden."

Die komplette Studie finden Sie hier.


Das Technikmagazin CHIP beschäftigt sich mit der digitalen Welt. Es bietet Informationen über technische Entwicklungen und stellt die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in Folge der Digitalisierung dar. CHIP erreicht 1,55 Millionen Leser pro Ausgabe und ist derzeit in 16 Ländern Europas und Asiens vertreten. Herausgeber ist die CHIP Communications GmbH in München.

(14.03.2008 / Quelle: saxxess.com / CHIP Communications Magazin GmbH / Bild: CHIP Communications Magazin GmbH)

 

 


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