Chancen in Europa
Vorgestellt: Tschechien - der Nachbar im Süden

Tschechische Flagge
Mögliche Rechtsformen für Unternehmen:
Für eine Aktiengesellschaft (tschechisch: a.s.) muss der Investor zwei Millionen Kronen aufwenden (rund 61.300 Euro). Die GmbH (s.r.o.) muss ein Grundkapital von 200.000 Kronen aufweisen, was etwa 6.100 Euro entspricht. Die Ein-Mann-AG und -GmbH sind möglich, ebenso die OHG (v.o.s.), die KG (k.s.).
Beteiligungsmöglichkeiten:
Ausländische Investoren können bis zu 100 Prozent Unternehmensanteile erwerben. Privatisierungen laufen über den Nationalen Vermögensfonds FNM (Fond Narodniho Majetku) durch Direktkauf oder über öffentliche Ausschreibung und Auktion. Ausländische Investoren können Geld- wie auch Sacheinlagen in ein Unternehmen problemlos einbringen.
Grundstückserwerb:
Investoren erwerben Grund und Boden sowie Immobilien über eine tschechische juristische Person. Einschränkungen bestehen aber bei Ackerland und Waldflächen. Die Eigentümer werden im Liegenschaftskataster eingetragen. Weit verbreitet ist Immobilienleasing wegen rechtlicher und steuerlicher Vorteile.
Qualifikation der Arbeitnehmer:
Tschechien verfügt über ein breites Angebot an qualifizierten, sprachlich sowie handwerklich gut ausgebildeten Arbeitskräften. Die Korrespondenzsprachen sind Tschechisch, Deutsch, Englisch.
Lohn- und Lohnnebenkosten:
Die geleistete Arbeitsstunde kostet im Landesdurchschnitt etwa 3,90 Euro im Industrie- und Dienstleistungssektor. Der Vergleichswert liegt in der EU bei 22,70 Euro, in Deutschland bei 26,54 Euro. Der gesetzlicher Monatsmindestlohn liegt bei 6.200 Kronen, was rund 190 Euro entspricht. Der durchschnittlicher Monatsbruttolohn beträgt 15.500 Kronen (etwa 475 Euro). Die Abgaben zur Sozialversicherung: Der Arbeitgeberanteil liegt bei 35 Prozent der Lohnsumme, worin 19,5 Prozent Rentenversicherung, neun Prozent Krankenversicherung, 3,3 Prozent Krankengeld sowie 3,2 Prozent Arbeitslosenversicherung enthalten sind. Der Arbeitnehmer zahlt 12,5 Prozent seiner Lohnsumme ein, davon 5,8 Prozent Rentenversicherung, 4,5 Prozent Krankenversicherung, 1,2 Prozent Krankengeld und ein Prozent Arbeitslosenversicherung.
Steuern:
Die Einkommensteuer wird progressiv zwischen 15 und 32 Prozent angesetzt. Die Körperschaftsteuer beträgt 31 Prozent, die 2004 stufenweise auf 24 Prozent sinken soll. Die umsatzsteuer beziffert im Normalsatz auf 22 Prozent bzw. fünf Prozent für Dienstleistungen. Die Quellensteuer auf Dividenden liegt bei 15 Prozent, ganze 25 Prozent werden für Lizenzen und Tantiemen fällig.
Wirtschaftssonderzonen:
Zollfreie Zonen bestehen z.B. in Cheb (Eger), Hradec Králové (Königgrätz), Ostrava (Ostrau), Praha (Prag) und Zlín. Steuervergünstigungen für ausländische Investoren bestehen nicht mehr, Förderungen werden aber in Industriezonen und Technologieparks gewährt.
(06.04.2004 / Dresdner Bank, Investitionsführer Mittel- und Osteuropa)




